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2019-02-17

Wie funktioniert das Mieterstrommodell?

Von Bernd Frey

So einfach funktioniert Mieterstrom für die Bewohner!

Sie haben einen weiteren Stromanbieter zur Auswahl, der in erster Linie lokal erzeugten Strom liefert und auf Netzstrom zurückgreift, wenn die lokale Produktion nicht ausreicht. Der Preis liegt in der Regel 5% – 15% unter dem der anderen Anbieter, Inhalt von Vertrag und Rechnung sind vergleichbar. Wichtig ist, dass die Bewohner auch bei einem Mieterstromtarif lediglich 1 Jahr Kündigungsfrist haben und weiterhin Ihren Stromanbieter frei wählen können.

Der Hausbesitzer schließt mit dem Anbieter für Mieterstrom einen Nutzungsvertrag für das Dach ab, damit der darauf eine PV-Anlage betreiben und das hausinterne Stromnetz und den Zählerschrank für die von ihm versorgten Bewohner nutzen kann. Im Nutzungsvertrag verpflichtet sich der Anbieter, die Bewohner im Haus mit Strom zu versorgen – wenn sie das denn wollen. Der Nutzungsvertrag läuft in der Regel 20 Jahre und wird durch eine Dienstbarkeit im Grundbuch abgesichert.

Der Anbieter für Mieterstrom errichtet und betreibt die PV-Anlage, rüstet die Zähleranlage um, speist den Stromüberschuss ein, kauft Strom aus dem Netz zu und kümmert sich um die laufende Abrechnung.

Wenn im Haus ein Blockheizkraftwerk läuft und / oder der Hausbesitzer die PV-Anlage selbst betreiben möchte, dann werden die Verträge entsprechend abgefasst. Die Nutzung des Daches entfällt, lediglich das hausinterne Stromnetz wird vom Mieterstromanbieter übernommen. Er verpflichtet sich zur Abnahme und Vermarktung des lokal erzeugten Stromes.

Bleibt die spannende Frage: Wie setzt sich der Preis für den Mieterstrom zusammen?

Der monatliche Grundpreis liegt bei 5€, also etwas niedriger als bei den meisten anderen Stromanbietern. Der Verbrauchspreis für die kWh wird individuell kalkuliert. In der Regel können die Bewohner zu 25% mit Photovoltaik-Strom versorgt werden, der Rest kommt aus dem Netz. Die Erzeugungskosten für Photovoltaik-Strom entsprechen der EEG-Vergütung von ca. 11 Cent, dazu kommen 6,4 Cent EEG-Umlage und die Mehrwertsteuer von 3,3 Cent. Macht knapp 20,7 Cent. Wenn die Kosten für den Bezug aus dem Netz bei 27 Cent liegen, dann ergibt sich ein Durchschnittspreis von 25,4 Cent.

Das Schöne am Mieterstrom ist, dass die Bewohner auf dem Grundstück erzeugten Photovoltaik-Strom nutzen können, aber es ändert sich fast nichts und es entsteht kein Aufwand!